Samstag, 17. Januar 2015

Einige Wochen mit der Brother Innov is V3

Reichhaltige Möglichkeiten!!




Der zweite Testzeitraum begann mit der Zusendung des nächsten Testobjektes, der

Brother Innov is V3.

Auch dieses Prachtexemplar wurde in den ersten Stock befördert, um es ausgiebig auf Herz und Nieren zu testen. Anzumerken ist hier, dass dieser Zeitraum gleich zwei weitere Höhepunkte bereithielt, die das Testen leider ein wenig in den Hintergrund rücken ließen. Dennoch sollen die gemachten Erfahrungen hier niedergeschrieben werden.




... Da ist sie ...



Das Auspacken und der Aufbau:

Also, ab in den ersten Stock und das gute Stück entblättert. Hierbei fällt auf, dass die V3 in einem Karton daherkommt, welcher in sich zwei weitere seiner Art birgt. Und in diesen befinden sich die beiden Hauptkomponenten des Gerätes, die Maschine und die Stickeinheit.
Diese beiden Elemente werden einfach zusammengeschoben, bis es einrastet, an das Stromnetz angeschlossen, mit Material bestückt und schon kann es losgehen.

Darüber hinaus findet der Hockfroschmann in dem Karton noch reichlich Zubehör nebst zweierlei Rahmen:
10 cm x 10 cm
30 cm x 18 cm
In der umfangreichen Bedienungsanleitung werden die ersten Schritte ohne große Umschweife verständlich dargelegt.






...hier sieht man den 10x10 Rahmen...


Notwendige Vliese, je nach Projektmaterial sollten parallel besorgt werden, um die Qualität des Ergebnisses nicht zu gefährden. Wir, die Hockfrösche, haben uns zu diesem Zwecke mit den Produkten der Marke Madeira eingedeckt. Zu den Vliesen unserer Wahl befinden sich das Vlies zum Reißen, das zum Schneiden und eines zum Kleben, um kleinere Objekte in den Rahmen zu fixieren.

Der erste Eindruck im Bezug auf die Verarbeitung der Maschine, welche als reine Stickmaschine daherkommt, ist recht positiv. Mit einem recht hohen Eigengewicht läßt sie eine hohe Laufruhe erwarten. Diese Vermutung sollte sich im Weiteren bestätigen.
Die Bedieneinheiten direkt an der Maschine erscheinen recht übersichtlich und sind mit nachvollziehbaren Bebilderung ausgestattet, so dass kaum Fragen offenbleiben. Diese werden nachhaltig in der Bedienungsanleitung beantwortet.

Der ersten Inbetriebnahme steht nun nichts mehr im Weg.




... betriebsbereit ...


Arbeiten mit der V3:

Die Bedienungsführung der Maschine ist logisch aufgebaut. Bei Systemstart wird der Anwender zunächst gefragt, ob er sticken oder sticken/editieren möchte. Ich habe mich ein jedes Mal für die Variante mit dem Editieren entschieden. Bei dieser Version besteht die Möglichkeit, die zu stickende Datei auch noch frei zu verändern. Dabei können die Dateien gedreht, gedehnt, vergrößert, gespiegelt oder auch vervielfältigt werden. Bei all diesen Veränderungen bleibt die Stichzahl gleich.
Soll die Stichdichte bei Größenänderungen beibehalten werden, so ist die Anwendung einer Sticksoftware notwendig.

Die angebotenen Anschlüsse der V3 umfasst den Direktanschluss an den PC und die Nutzung eines USB-Speichermediums. Von Vorteil ist hier, dass z. B. bei Nutzung eines USB-Stick die jeweiligen zu nutzenden Dateien auch tief in mehreren Ordnern „versteckt“ sein dürfen. Die Anwahl der verschiedenen Ordner ist ohne Schwierigkeiten möglich.

Im Endeffekt ist das Arbeiten mit der V3 in vier Worte zu fassen:

Dateiauswahl – Vorbereitung – Freigabe – Sticken

Gut, die einzelnen Schritte können, je nach Aufwand natürlich einige Zeit in Anspruch nehmen. Aber im Groben ist das der Weg, den ein jedes Projekt durchläuft.

Schön ist auch die freie Anwahl der Stichposition, sollte es im Verlauf des Stickvorganges zu Unterbrechungen kommen, wie z. B. ein leerer Unterfaden, ein gerissener Ober- oder Unterfaden. Hier kann man, ausgehend von der Stopp-Position, einzelne Stiche zurück- oder auch vorgehen. Angeboten werden hier 1-er, 10-er, 100-er oder 500-er Schritte. Zudem kann man auch zwischen den einzelnen Stickabschnitten hin- und herspringen und auf diese Weise einzelne Abschnitte überspringen.


An dieser Stelle ein kleiner Hinweis in eigener Sache:

Die Nutzung von Vliesen kann ich nur wärmstens empfehlen. Speziell bei dehnbaren Stoffen wie Jersey sollte ein fester Untergrund zum Einspannen in den Stickrahmen,ganz gleich welcher Größe, genutzt werden. Wenn Jersey eingespannt wird dehnen sich die Maschen des Stoffes. Dies hat dann beim Sticken keine Auswirkungen. Diese Folgen werden erst nach dem Lösen aus dem Rahmen sichtbar, da sich nun die zuvor stark gedehnten Maschen wieder zusammenziehen. Das aufgestickte Objekt verändert sich nun natürlich auch, und das nicht zum Vorteil.

Aber auch bei vermeintlich festen Stoffen sollte auf die Verwendung von Vliesen geachtet werden. Sicherlich kann man feste Stoffe auch ohne Vlies einspannen. Diese verändern beim Sticken und nach dem Lösen auch nicht zwingend ihre Form. Allerdings gibt ein Vlies auch stabilen Stoffen noch zusätzlichen Halt, was das Stickergebnis verbessert.



... das falsche Vlies oder Fehler beim Einspannen führen nicht zu einem optimalen Ergebnis...




...hier der Hase ohne ,, Tränensäcke" und offene Stellen...

Stickdatei: Hasenschön von Zwergenschön
T-Shirt: vom Textildiscounter




Selbst festen Filzstoff habe ich vor dem Besticken auf Vlies genäht. Dies habe ich neben den vorgenannten Gründen aus dem Grund gemacht, da ich ein Herz besticken wollte. Hierfür war der 10 x 10 Rahmen zu klein und der 30 x 18 Rahmen eigentlich zu groß. Daher habe ich „nur“ das Vlies eingespannt und zuvor das Herz aufgenäht. Hat auch super funktioniert






...auf Filz...




Pro und Kontra

Positiv ist mir die Einfädelautomatik im Kopf geblieben. Faden durch das Öhr auf Knopfdruck. Das erspart eine Menge Geduld und Zeit.

Auch praktisch ist die Rahmenerkennung. Wählt man bei eingelegtem Rahmen eine zu große Stickdatei, so wird man durch das System darauf aufmerksam gemacht. Auch ein Beginn dieser zu großen Datei in dem zu kleinen Rahmen ist nicht möglich. Dies dient dem Schutz der Maschine. Wenn das Sticken einer solchen Datei trotz Hinweis möglich wäre, so könnte die Maschine durch Besticken des Rahmens, und der Anwender bei brechenden Teilen Schaden nehmen.

Für gut erachte ich auch die platzmäßig schön bemessenen Unterfadenspulen. Diese halten, je nach Stichdichte und Projekt bis zu 17.000 Stiche lang.

Die Maschine läuft vibrationsarm, auch bei hoher Stickgeschwindigkeit.

Der mitgelieferte große Rahmen bietet buchstäblich reichlich Platz für die eigene Kreativität

Die einfache Bedienungsführung ist ein weitere Pluspunkt für die V3.

Die Öffnung aller Dateiordner in jeder Ebene ist ebenfalls positiv hervorzuheben.

Mit Dateien ITH (In the Hoop/ im Rahmen) kann die eigentlich reine Stickmaschine auch als Nähmaschine genutzt werden. Im Internet gibt es viele freie Dateien, die kostenlos heruntergeladen werden können.






... die Datei in der Maschine ...






 .... und die Entstehung im Rahmen ...






... und ein weiterer Schritt ...






... die Rückseite ...





... der Name, von Hand eingefügt in die Datei ...





... die fertige Tasche, verschließbar mit einfachen Druckknöpfen ...
Stickdatei: Clutch Bag von Ginihouse3



Eine Speicherung von aktiven Projekten ist auf der Maschine ohne weitere Speichermedien möglich.



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An negativen Punkten ist mir die Dauer für das Aufspulen der Unterfadenspulen aufgefallen. Hier ist die Maschine zwar auch während des Stickens aktiv. Jedoch habe ich andere Maschinen gesehen, die schneller aufspulen können.

Bei einem Nadelwechsel, der vollzogen werden muss, wenn eine Nadel nicht mehr nutzbar ist, bietet die Maschine für Anwender mit großen Händen leider wenig Platz. Die Entnahme der abgenutzten Nadel ist noch machbar. Beim Einsetzen der neuen Nadel wäre ein wenig mehr Platz schon wünschenswert. Aber da der Hockfroschmann nicht zwingend repräsentatitv für die Anwender ist, kann dieser Punkt eventuell vernachlässigt werden.

Im Rahmen der Reinigung der Maschine bietet diese nicht viele Möglichkeiten, um auch das Innenleben von Flusen und Fusseln zu befreien. Sicherlich ließe sich die Stickeinheit von der Maschine lösen. Dies erweitert allerdings in keinster Weise die Möglichkeiten, auch im Betrieb unzugängliche Bereich von Materialresten zu befreien.

Letztlich ist nachteilig zu erwähnen, dass die V3 nur „vorgefertigte“, „softwaregestützte“ Dateien sticken kann. Eine Freihandfunktion zwecks Erstellung eigener Bilder ist nicht möglich.




Fazit:

Bei der Brother Innov is V3 handelt es sich um eine reine Stickmaschine. Diese lässt sich mittels kleiner Tricks (Dateien ITH) als Nähmaschine für diese Dateien nutzen.
Sie befindet sich im mittleren Preissegment in diesem Marktbereich. Nach meiner Einschätzung stellt sie ein gutes Einstiegsmodell dar. Die V3 bietet ab Werk viele Möglichkeiten, welche schon mit der Auslieferung an den Nutzer auf der Maschine gespeichert sind. Darin enthalten sind viele Motive und mehrere Alphabet-Muster. Mit der V3 lassen sich schnell gute Ergebnis auch größeren Formates erzielen.
Das Preis-/Leistungsverhältnis bei dieser Brother ist meiner Meinung nach gut getroffen. Diese Stickmaschine ist buchstäblich ihren „Preis wert“.





Aussichten für die nächsten Tage:

Der nächste Gast im Haus der Hockfrösche ist die

Singer Quantum Stylist 9985.

Neugierig erwarte ich diese Maschine, um auch sie unter meine Fittiche zu nehmen. Wir werden sehen, was sie kann und Ihr werdet es lesen.

Ganz lieben Gruß

Euer Jörn
HFM (HockFroschMann)



Dieser Post steht im Zusammenhang mit der Aktion Supertester vom Nähpark Diermeier.
Im Rahmen dieser wurde mir die o.g.Nähmaschine zu Testzwecken kostenlos zur Verfügung gestellt. Es handelt sich somit um einen Werbepost, da ich Werbung für den nähPark und die vorgestellte Maschine mache. Der nähPark nimmt aber keinerlei Einfluss auf die Art der Berichterstattung und die dargestellte Meinung. Es handelt sich um meine persönliche Meinung.

Kommentare:

  1. Bei schwarzweiß & kunterbunt habe ich gestern auch einen Maschinentest gelesen. Ich finde diese Testaktion sehr spannend!
    Übrigens finde ich auch den Platz zum Nadeltauschen bei meiner Brother BC-2500 ziemlich knapp bemessen. Meine Hände sind aber auch ziemlich groß.
    Danke für deinen Kommentar bei mir. Unsere Kinder sind ja schon deutlich größer (8u.11), da müsste eigentlich mehr Zweisamkeit möglich sein.
    Liebe Grüße und schönes Wochenende
    Jennifer

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    1. Liebe Jennifer
      Ja, so eine Testaktion ist sehr spannend und macht viel Spaß, aber auch einiges an Arbeit. Das vergessen viele, denn man braucht doch einiges an Zeit. Wie Du siehst ist unser Abendprogramm für die nächsten Monate gesichert, keine Zeit für Kino
      LG Danny

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  2. Sehr interessant der Bericht. Und sehr aufschlussreich. Von der Maschine träume ich ja auch noch ;-)
    Die Aktion an sich ist klasse. Schön, die ganzen Erfahrungsberichte zu lesen.
    LG Jasmin

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    1. Hier ist ja mein Täschchen :-)
      Euer Päckchen kam heute bei mir an. Ganz ganz lieben Dank für die tolle Überraschung!

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  3. Liebe Jasmin
    Da kann ich Dir nur recht geben, die Maschine ist ein Traum, sicherlich gibt es bessere, aber die V3 ist schon recht ordentlich. Der große Stickrahmen lässt viel Platz für Möglichkeiten und man hat eine große Auswahl an verschiedenen Stickdateien, manchmal sogar zu groß. Es gibt ja sooo viele tolle Stickdateien. Ganz besonders spannend finde ich die ith-Dateien. Aber wenn ich richtig informiert bin, hast Du doch auch eine Stickmaschine...
    LG Danny

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    1. Gerade erst gelesen :-)
      Ja, ich habe eine Näh-/ Stickkombi. Der Rahmen ist aber nur 10x10. Was mir grundsätzlich auch reicht. Nur ab und an würde ich gern größerere Dateien sticken können.

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  4. Na, das macht mich ja neugierig auf die Maschine. Ich hab ja selbst keine Stickmaschine und scharre schon wieder ein bisschen mit den hufen, bis ich wieder was sticken kann. Vor der V3 kommt aber noch ein anderes stickendes Schätzchen.
    VLG Julia

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  5. Das ist meine nächste ;-) Und mit der richtigen Software kann man auch selber digitalisieren! :-) Das Stickbild ist super schön und der Rahmen in 18 x 30 auch super toll, man hat sooo viel mehr Möglichkeiten!! :-)
    GlG Claudi
    Ps. Aufgeklärt hat sich übrigens noch nix!!!

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    1. Liebe Claudia

      Ja, die Maschine ist ein Traum. Leider ist das mit dem Digitalisieren trotz der Software nicht ganz so einfach...
      Tut mir leid, daß sich noch nichts aufgeklärt hat, hänge leider sehr mit meinen Sachen hinterher, aber es wird sich noch aufklären, ich beeile mich!
      LG
      Danny

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  6. Interessanter Bericht.
    Viele Grüße aus Marienhafe/City :-)
    Gerlinde

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  7. Leider kann ich Deinem durchaus positiven Bericht nicht ganz beipflichten.
    Die Maschine ist durchaus beeindruckend und sehr schön. Jedoch wenn man zu einer neuen Stickmaschine erst noch eine Softwear für 350 Euro und noch ein Upgrade für 179 Euro kaufen muss, bei einem Kaufpreis von 2400 Euro, finde ich das armseelig von Brother.
    Die Sticksoftwear,für 350 Euro, die eigentlich Fotos in Stickdateien umwandeln soll, wandelt so grottenschlecht um dass man gar nix erkennt und so stickt sie dann auch. Ohne Upgrade lassen sich Buchstaben nur in bestimmten, vorgegeben Größeren (zu groß) sticken und man muss MÜHSEELIGST jeden einzelnen Buchstaben bearbeiten in mehreren Schritten.
    Fazit meinerseits ist: die Brother inov-is v3 ist (2400 euro) ohne upgrade (179 Euro) und ohne Softwear (1600 Euro) eine Stickmaschine die es wohl auch schon für 600 Euro oder gar billiger gibt!
    Mein Bericht ist Nagel neu, da ich diese Maschine erst gestern, den 13.08.2016 geliefert bekommen habe. Aber für dieses Geld habe ich wirklich was anderes erwartet!

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